Gütezeichen / Gütezeichen erlangen / Aufwand / RAL-Gütezeichen 501/1:

Kurzübersicht zum Überwachungsaufwand beim RAL-Gütezeichen 501/1 (Recycling-Baustoffe – stationäre Aufbereitung):

a) Aufwand für die Erstprüfung (Eignungsnachweis)

  • Der Hersteller beauftragt eine nach RAP-Stra anerkannte Prüfstelle oder ein nach DIN EN 17025 für das Fachgebiet akkreditiertes Prüfinstitut mit der Erstprüfung. Geprüft wird dann:
    • Die Eignung der Aufbereitungsanlage.
    • Die für die werkseigene Produktionskontrolle verfügbare technische Ausstattung, wie Laborwaage, Laborsiebe, pH-Messgerät, Leitfähigkeitsmessgerät.
    • Das mit dem Gütezeichen zu versehene Recyclingmaterial anhand von Laboruntersuchungen zu seinen technischen und umweltrelevanten Materialeigenschaften.
  • Die vom Hersteller für die Erstprüfung zu tragenden Kosten setzten für das Tätigwerden der Prüfstelle zuzüglich der Kosten für die Laboruntersuchung jeder Probe des mit dem Gütezeichen zu versehenen Recyclingmaterials.

b) Aufwand für die Eigenüberwachung (werkseigene Produktionskontrolle, WPK

  • Täglich erforderliche Kontrollen:
    • geeignete Gewinnung, korrekte Aufbereitung und Lagerung
    • stoffliche Zusammensetzung
    • Eingangskontrolle
      • Herkunft des Materials
      • zugelassene Stoffgruppe und deren Verwertbarkeit
      • getrennte Lagerung
      • Einschätzung der Umweltverträglichkeit
      • Übereinstimmung Materialzusammensetzung mit Angaben Lieferschein
      • organoleptische Prüfung (Aussehen, Farbe, Geruch)

    Wöchentlich erforderliche Kontrollen, unter anderem auf die Parameter:

    • Korngrößenverteilung
    • Überkorn und Unterkorn
    • Gehalt an Feinanteilen
    • Kornform

    Jährlich zusätzlich zu kontrollieren:

    • Widerstand gegen Frostbeanspruchung

    Die Prüfergebnisse und Überwachungsunterlagen sind mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren.

c) Aufwand für die Fremdüberwachung

  • Der Hersteller schließt für die Fremdüberwachung einen Überwachungsvertrag mit einer nach RAP-Stra anerkannten Prüfstelle oder mit einem akkreditierten Prüfinstitut.Die Prüfstelle oder das Prüfinstitut führt die laufende Fremdüberwachung durch. Dabei wird vier Mal im Jahr in Bezug auf folgende Kriterien kontrolliert:
    • korrekte werkseigenen Produktionskontrolle (WPK)
    • korrekte Gewinnung, Aufbereitung und Lagerung
    • stoffliche Zusammensetzung des Recyclingmaterials
    • umweltrelevante Merkmale des Recyclingmaterials
    • bautechnische Merkmale wie, Korngrößenverteilung, Feinanteilgehalt, Kornform, Widerstand gegen Zertrümmerung

    Das Ergebnis der Fremdüberwachungsprüfungen wird der Bundesgütegemeinschaft und dem Gütezeichenbenutzer übersandt.

    Die Prüfergebnisse und Überwachungsunterlagen sind mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren.

    Die vom Hersteller für die Fremdüberwachung zu tragenden Kosten setzten sich zusammen aus den Kosten für die Tätigkeit der Prüfstelle zuzüglich der Kosten für die Laboruntersuchung jeder Probe des mit dem Gütezeichen zu versehenen Recyclingmaterials.